“Eine Witterung bleibt der anderen nichts schuldig.”
Die Quellen der gesammelten Weisheiten sind unterschiedlich, z. B. alte Kalenderblätter und der Mund des Volkes. Also kein Buch oder eine andere Veröffentlichung zusammengefasster Bauernregeln, aus sie einfach in einem Schwung hätten übernommen werden können. Die Sammlung ist tatsächlich innerhalb mehrerer Jahre entstanden.
Vereinzelt tauchen alte deutsche Monatsnamen auf, hier eine Übersicht. In Klammern habe ich dahinter geschrieben, woher sich die Namen meines Wissens ableiten:
- Hartung – (Harter Frost) – Januar
- Hornung – (Geweihabwurf des Wildes) – Februar
- Lenzing – (Frühjahrsbeginn) – März
- Ostermond – (Germanische Göttin Ostara) – April
- Wonnemond – (Von “Wunni” = “Wiese”) – Mai
- Brachet – (Umpflügen der Brachfelder) – Juni
- Heuert – (Heuernte) – Juli
- Ernting – (Getreideernte) – August
- Scheiding – (Scheidet helle/dunkle Monate) – September
- Gilbhard – (Bäume vergilben) – Oktober
- Neblung – (Nebelmonat) – November
- Julmond – (Julfest – nicht identisch mit Weihnachten!) – Dezember
Einige Sprüche ähneln sich stark, unsere Vorfahren gaben sie ja hauptsächlich mündlich weiter und dabei sind Abwandlungen entstanden. Viele hören sich für die heutige Zeit ziemlich antiquiert an. Mit etwas Nachdenken kommt man jedoch meist darauf, was wohl gemeint ist.
Wenn es z. B. in diesem Auszug aus einem Spruch zum 11. November heißt: ‘Ist die Martinsgans am Brustbein braun…’, dann dürfte damit ein feuchtes, mildes Wetter gemeint sein, da die Gans in diesem Fall nicht ganz sauber bleibt, wenn sie im Freien herumläuft.
Oder zum 8. August: ‘Je mehr Dominikus schürt, je ärger man im Winter friert.‘ Hier ist das Schüren des Feuers im Ofen, wie es früher mittels Schürhaken praktiziert wurde, gemeint. Also: ’Wenn’s am 8. August heiß ist, dann frieren wir uns im Winter den…’.