Auf der Suche nach einem guten Texterkennungsprogramm für MacOS X bin ich auf ExactScan, genauer gesagt auf die Version ExactScan 2 Pro, aufmerksam geworden. Die Basisversion von ExactScan ist zwar 20 Euro günstiger, bietet jedoch keine OCR-Funktion. Mir kam es hauptsächlich auf das Einscannen von Dokumenten und das anschließende Ablegen als durchsuchbare (und somit von Spotlight indexierbaren) PDF-Dateien an. Allein dieser Punkt ist in meinen Augen schon den Mehrpreis der Pro-Version wert. Dass zusätzlich auch noch Features wie Barcode-Erkennung oder Stapelverarbeitung geboten werden, war für mich erst einmal nicht von Interesse.
Also habe ich mir die aktuelle Version für einen 14-Tage-Test heruntergeladen.
Gleich dabei fiel mir auf, dass die Größe der Datei gerade mal etwas über 7 MB beträgt. Von einem ‘aufgeblasenen’ Programm, welches besonders viel Speicherplatz verlangt, kann somit keine Rede sein. Das ist doch schon mal sehr erfreulich und ungewöhnlich.
Laut Hersteller soll das Programm Treiber für über 170 Dokumentenscanner beinhalten und darüber hinaus viele TWAIN-Treiber anderer Hersteller unterstützen. Das ist mir wichtig, weil ich bei einem eventuellen Modellwechsel nicht immer die jeweilige Software installieren möchte, die der Gerätehersteller beilegt. Erst recht nicht, wenn es sich dabei womöglich um irgendwelche abgespeckte oder ältere Versionen handelt.
Ich habe ein Brother DCP-585CW Multifunktionsdrucker. Beigelegt hat Brother übrigens den Presto! PageManger in der Version 7. Den habe ich jedoch ziemlich schnell verworfen und somit keine Zusatzsoftware für den Drucker/Scanner installiert.
In der Liste der TWAIN-Kombatibilität zu ExactCode sind zwar einige DCP-Geräte genannt, aber meines nicht. Ich wurde jedoch angenehm überrascht: Auch dieses Modell funktionierte auf Anhieb!
Nach dem Start des Programms erfolgt eine kurze Abfrage des zu benutzenden Treibers. Bei mir stand ‘Brother TWAIN’ zur Auswahl, das ist der Standard-Treiber, den MacOS X Snow Leopard von Hause aus mitbringt. Da dieses der einzige Treiber ist, den ich benutze, wäre es schön, wenn man ihn in den Einstellungen aus Standardwahl festlegen könnte. Allerdings habe ich einen solchen Punkt nicht gefunden, so dass bei jedem Neustart der Treiber abgefragt wird. Nun ja, eine Extra-Sekunde, mit der ich leben kann.
Mich hat ExactScan überzeugt, so dass ich mich nach einer Woche zum Kauf entschlossen habe. Ausschlagende Argumente für mich persönlich waren
- die sehr gute Texterkennungsleistung, auch bei Vorlagen, die nicht unbedingt in bestem Zustand sind.
- die geringe Programmgröße,
- die relativ geringe Größe der erzeugten PDF-Dateien. Die Komprimierung funktioniert offenbar recht gut, ohne dass die Lesbarkeit darunter leidet
- und nicht zuletzt, dass ich das Programm vor dem Kauf in Ruhe testen konnte.
Der letzte Punkt ist tatsächlich nicht immer selbstverständlich. Denn vor meiner Entscheidung hatte ich noch den FineReader express für Mac in der engeren Auswahl, allerdings bietet Abbyy – zumindest derzeit – keine Testversion zum Download an. Man müsste das Programm kaufen, um anschließend zu sehen, wie es einem gefällt. Darauf habe ich mich nicht eingelassen.
Vielleicht hilft dieser kleine Bericht dem einen oder anderen weiter, auch wenn ich nur von den Punkten berichtet habe, die für mich selbst von Interesse sind. Genauere Informationen gibt es natürlich auf der Herstellerseite.